Samstag, 05.05.2007
In der Mitte der Welt
Trotz des ganzen Regens hatte ich die Gelenheit, den Grossteil von Ecuadors Hauptstadt und Umgebung zu erkunden. Zuerst war die Altstadt dran, wo einige Kirchen stehen, die entweder von aussen oder von innen beeindrucken - kaum eine schaffte jedoch beides. Schoen war vor allem die Beleuchtung nach Einbruch der Dunkelheit.
Der zweite Tag hier fuehrte mich in die naehere Umgebung. Da Ecuadors Hauptstadt hoch oben auf 2800 Metern ueber dem Meeresspiegel liegt, ist es moeglich, hier auch die Ueberreste des Vulkans Pululahua zu sehen. Dies war einst einer der groessten Vulkane mit ueber 7000 Metern Hoehe, bis er vor ein paar tausend Jahren in sich zusammengefallen ist und nur der heutige Kessel stehen blieb. spannend am jetzigen Kesseltal ist nun, dass fast taeglich am Nachmittag die Nebelwolken ueber den Kesselrand schwappen und ihn komplett mit den weissen Schwaden fuellen. Da mir das Schauspiel jedoch zu lange dauerte, gibt's nur ein Foto vom leeren gruenbewachsenen Kessel mit den Schwaden auf dem Rand.

Spaeter lief ich den Vulkan zu hinunter ins Dorf "Mitad del Mundo" (Mitte der Welt). Im "Inti Ñan" Museum wird die exakte, per GPS bestimmte Position des Aequators gezeigt und die Besucher koennen einige Experimente machen - natuerlich genau das Richtige fuer so einen angehenden Maschinenbauer. Zuerst kam das Wasserabfluss-Experiment: Ein Waschbecken wurde genau auf den Aequator gestellt, der Stoepsel rausgezogen und tatsaechlich bildete sich kein Strudel aus. Nur zwei Meter weiter in Richtung Norden und Sueden wiederholten wir das Experiment unter gleichen Bedingungen und es bildete sich ein deutlicher Strudel gegen bzw. im Uhrzeigersinn aus. Weitere Experimente zeigten noch, dass die Schwerkraft auf dem Aequator geringer ist (so um die 0,5%) und dass es angeblich leichter ist, z.B. ein Ei auf einem Nagelkopf auszubalancieren. Nach dem Museum latschte ich weiter zum Aequatormonument. Hier gibt's neben dem Monument selbst auch ein Museum und eine Aequatorlinie, nur leider halt an der falschen Stelle. Naja, man kann sich ja mal verrechnen...

Am letzten Tag lief ich noch ueber zahlreiche Maerkte der Stadt, bis ich schliesslich Abschied nehmen musste von Quito, Ecuador und Suedamerika. Es erwarteten mich noch drei Tage Zwischenstopp in Atlanta, aber das zaehlt ja nun mal nicht zu Suedamerika.
Nun ja, schoen war's auf jeden Fall! Und es wird sicherlich nicht das letzte Mal gewesen sein, dass einer von uns einen Fuss auf diesen Kontinent gesetzt hat. Wir hoffen, ihr hattet alle Spass beim Lesen und konntet unsere Reise so ein wenig mitverfolgen.
Es gruessen Euch herzlich
Kai und Mathias
Dienstag, 01.05.2007
Im Paradies auf Erden
Es ging durchaus ein gewisser Traum in Erfuellung, als ich vor einer Woche auf die Galapagosinseln flog. In einem Reisebuero in Guayaquil hatte ich ein super Last Minute Angebot fuer eine kleine Kreuzfahrt bekommen. (Ich habe etwas mehr als ein Drittel des Gesamtpreises gezahlt, auch wenn dies immer noch viel war.) Ich wurde vom Buero aus direkt zum Flughafen gebracht und das Abenteuer konnte beginnen. Gut, wenn da nicht das Flugzeug kaputt gegangen waere... Dadurch verzoegerte sich unser Abflug leider um ungefaehr drei Stunden, aber dann ging es mit neuem Flieger auch wirklich los.Wir landeten auf der Insel Baltra, wo wir auch direkt von Ruli, unserem super guten naturalist guide empfangen wurden. "Wir" waren uebrigens sieben Englaender zwischen 40 und 70 und ich - ja, ich fuehlte mich zum Teil doch etwas jung...
Wir wurden also direkt zu unserem Schiff gebracht, mit dem wir in einen Kanal zwischen den Inseln Baltra und Santa Cruz fuhren und erstmal in den Pazifik sprangen.
Die folgenden Tage sahen so aus, dass wir nachts zu irgendeiner Insel schipperten und tagsueber immer mindestens zwei verschiedene interessante Punkte der Insel erkundeten. Die Fahrten waren dabei keineswegs besonders ruhig, muss ich noch sagen... Die ganzen Englaender waren sofort auf Anti-seasickness-Pillen, aber es ging auch ohne, stellte ich fest - okay, ich hatte auch keine grosse Wahl, da ich ueberhaupt keine Pillen dieser Art besitze :-).
Unser erstes Ziel war die "Isla Esañola". Hier ging es zuerst an einen tollen Strand mit feinem weissen Sand, auf dem sich viele Seeloewen tummelten und spaeter ging ich dann mit zwei Englaendern im tuerkisblauen Wasser schnorcheln. Jaa, auch ich nahm erstmals in meinem Leben einen Schnorchel in den Mund und schnallte mir diese Plastikflossen unter die Fuesse. Fuer das erste Mal Schorcheln war es, denke ich, gar net schlecht. Wir sahen jedenfalls viele grosse bunte Fische, wobei ich irgendwann hoffentlich noch die Fotos von der Unterwasserkamera der Englaender kriege...
Am Nachmittag sahen wir dann an einem anderen Ort auf der Insel viele der beruehmten Meeresleguane und einige Paerchen der lustigen Blaufusstoelpel (s.o.). Spaeter sahen wir noch jede Menge mehr dieser Voegel zusammen mit Nazcatoelpeln und vor allem den grossen Albatrossen (s.u.). Diese sind meiner Meinung nach unheimlich schoen anzusehen und zudem ist es auch echt lustig, ihnen beim Gehen oder vielmehr wanken zuzusehen, weil sie eigentlich nur auf dem Wasser leben und daher nicht an die Fortbewegung an Land gewoehnt sind. Wir sahen sogar ein paar Albatrosse und Blaufusstoelpel, die gerade ihre Paarungstaenze auffuehrten, wobei die Toelpel das sehr spektakulaer machten.
Der zweite Tag fuehrte uns auf die Insel "Floreana". Hier fuhren wir zuerst eine Runde mit unserem kleinen Beiboot rum an grossen Mangrovenbaeumen vorbei amuesierten uns mit den verspielten und neugierigen Babysealions und beobachteten einige Reiher, Galapagoshabichte und Pelikane.
Anschliessend gingen wir an Land und besichtigten das Postoffice in der Postoffice Bay und gingen anschliessend wieder schnorcheln. Dieses Mal lohnte es sich richtig - nach fuenf Minuten erschreckte ich mich beinahe zu Tode als ploetzlich eine circa 1,20 Meter grosse Schildkroete fast mit mir zusammenstiess. Vom Schock erholt und das geschluckte Pazifikwasser ausgespuckt schwamm ich bestimmt eine viertelstunde neben dem riesigen Reptil her und wild um es herum. Die Gute liess sich von meiner Anwesenheit kein Stueck weit stoeren und glitt einfach weiter elegant durch das Wasser, phaenomenal! Spaeter sah ich natuerlich auch noch diverse andere Fische, wobei es von diesem Schnorchelgang leider keine Bilder gibt, da die Englaender waehrenddessen richtig tauchen waren.
Der Nachmittag wurde mit einer weiteren Schnorchelrunde begonnen. Das Ziel war die "Corona del Diabolo", die Teufelskrone, wo es neben den berits bekannten Haien und Fischen auch neue bunte Schwimmtierchen wie den "Convict tang", "Moorish idol", "King angelfish", einen "Chocolate chip star" und einen riesigen Schwarm (zehntausende!!) von "sea brims", wem auch immer diese ganzen Fischnamen jetzt was sagen moegen - im Zweifelsfall Google Bilder versuchen. Nach dem Tauchen gingen wir an der "Punta Cormoran" an Land und sahen einige Flamingos, die in ihrer Lagune nach kleinen Wassertierchen fischten, grosse Fregattvoegel, die auf der Suche nach frisch geschluepften Schildkroeten waren, und halt auch eben diese Minischildkroeten, wobei leider ausschliesslich den boesen Schnaebeln der Voegel. Die meisten hielten sich aber zum Glueck noch unter einem Busch versteckt und sprinteten wahrscheinlich erst nach Einbruch der Dunkelheit ueber den herrlich feinen Sandstrand. Wir liefen noch eine Weile durch das Wasser, wo wir aus circa zehn Metern Entfernung ein paar Haie und Schildkroeten schwimmen sahen. Ploetzlich tauchten direkt zu unseren Fuessen auch noch einige Stachelrochen auf. Als es daemmerte mussten wir dann leider - den Richtlinien des Nationalparks folgend - die Insel verlassen.
Am dritten Tag war eher etwas mehr Mensch, Kultur und Geschichte angesagt. Auf der "Isla San Cristobal" besuchten wir eine Aufzuchtstation fuer die dort lebenden Riesenschildkroeten und danach hatten wir etwas Freizeit, um im Hafen "Baquerizo Moreno" noch etwas nach Souvenirs zu shoppen. Am Nachmittag wartete das "Centro de Interpretaciones" auf uns, welches das Leben und die Entwicklung von Mensch, Tier- und Planzenwelt darstellt.
Am fuenften und damit letzten Tag hiess unser Ziel "Isla Santa Cruz", an der wir auch am ersten Tag bereits vorbeigefahren waren. Dort gingen wir als erstes in den dichten gruenen Wald und suchten die hier lebenden Riesenschildkroeten (s.o.) auf - und diese waren jetzt echt mal super riesig (bis zu ca. 300kg wiegen die Biester). Im Anschluss daran besuchten wir die "Charles Darwin Station", in der ebenfall einige der vom Aussterben bedrohten Tiere "betreut" werden. Drei von elf Unterarten der Riesenschildkroete auf den Glapagosinseln wurden bereits vom Menschen ausgerottet und eine vierte wird sich in circa 100 Jahren dazugesellen, da "Lonesome George" (s.u.) der einzige noch lebende Vertreter der Pinta-Schildkroete ist.
Fuer den Nachmittag war eine Schwimmrunde in der "Tortuga Bay" angesetzt. Der Strand hier gilt als der schoenste der ganzen Inselgruppe, und es hat super viel Spass gemacht, in den hohen Wellen hier rumzutoben :). Schliesslich ging diese super schoene Reise leider zu Ende und ich flog nach einer weiteren Nacht auf der Insel von den Galapagosinseln nach Quito.
Montag, 30.04.2007
Im Land des Aequators
Von Chiclayo aus nahm ich den Nachtbus nach Tumbes. Tumbes ist die letzte grosse Stadt vor der Grenze zu Ecuador. Von dort ging's dann im Minibus bis zur Grenze, wo ich dann echt zu kaempfen hatte, die richtigen Aus- und Einwanderungs-Haeuschen zu finden. Nach diversen Grenz-Streitigkeiten gibt es naemlich eine neue und eine alte Grenze, wobei beide nur ein paar Meter voneinander entfernt sind und ihre entsprechenden offiziellen Gebaeude haben. Naja, nach anderthalb Stunden und allerlei Abwehrarbeit gegen die ganzen "Freunde", die mir hier natuerlich ohne jeglichen Hintergedanken helfen wollten, sass ich endlich fertig aus- und eingewandert in meinem Bus nach Guayaquil. Auf dem Weg bewunderte ich bereits die riesigen Bananenplantagen. Es gibt hier auch nicht nur bloss eine oder zwei Sorten Banane. Nein, es gibt ungefaehr zwanzig verschiedene Geschmacksrichtungen, Formen und Farben (dicke rote Bananen?!).
Guayaquil ist mit gut zwei Millionen Einwohnern die groesste Stadt des Landes. Haben sie eigentlich ganz schoen angelegt hier an einem grossen Fluss, der jedoch - warum auch immer - voller gruener Schwimmpflanzen ist, die langsam umhertreiben. Ansonsten gibt es eine nette Flusspromenade mit einigen tropischen Parks (s.u.) und diversen Kolonialgebaeuden.
Noch mehr Kultur und Museen...
Nach vier statt der eigentlich angegebenen drei Stunden Busfahrt kam ich in Chiclayo an. Hier, wie koennte es auch anders sein :-), hatte Familie Cespedes ebenfalls ein paar Verwandte gefunden, die mich waehrend meiner zwei Tage hier von oben bis unten betuedelten. Am ersten Abend musste ich natuerlich von der bisherigen Reise erzaehlen, was bis zwei Uhr nachts dauerte. Am naechsten Morgen wurde somit erstmal ausgeschlafen.
Spaeter fuhr dann Onkel Lucho mit Sohnemann Nelson und mir zum bekannten "Museo de Sicán". In diesem grossen Museum ist so ziemlich alles ueber die Sicán-Kulktur ausgestellt, die in dieser Gegend vor den Chimu lebte. Viel Gold hatten sie auf jeden Fall, was bei Anblick der eindrucksvoll bestueckten Grabkammern der Herrscher mehr als deutlich wird. Zusammen mit den Herrschern wurden auch immer dessen Frau eine eine ganze Horde von Dienern begraben - naja, da haett ich mich als Diener aber net bedankt... aber fuer sie war es scheinbar eher eine Ehre.
Nach dem Museum wurde ich noch ein bisschen durch die Umgebung gefahren, um die ganzen grossen Reis- und Maisfelder, Mangobaeume, Baumwollbuesche und Zuckerrohrplantagen zu sehen. Am naechsten Tag fuhren wir dann ins noch beruehmtere "Museo de las Tumbas Reales del Señor de Sipán" (Museum der koeniglichen Grabstaetten des Herrn von Sipán (Achtung, nicht Sicán - das ist angeblich was gaaaanz anderes)). Dieser Herr von Sipán war ein grosser Herrscher der Moche-Kultur, die wiederum vor den Sicán lebten. Aiaiai, das ist auch alles wat kompliziert... ;-)
Das Museum (s.o.) ist als Pyramide gebaut - genauso wie auch die Grabstaette selbst. In den verschiedenen "Stockwerken" der urspruenglichen Pyramide, die so um die 100 km von Chiclayo entfernt im Wald liegt, liegen oder lagen die verschiedenen Untertanen jenes wichtigen Mannes begraben - natuerlich auch hier alles mit richtig viel Gold. Leider haben sich einige ehemalige Praesidenten und andere wichtige Maenner Perus einen nicht gerade kleinen Teil der ganzen Schaetze unter den Nagel gerissen und mit ins Ausland genommen oder verkauft. Trotzdem ist das Museum auch so noch bis oben hin voll mit Gold.
Dentro de poco llegaremos a...
...Trujillo! (Na, wer weiss, wo ich (Mathias) das schon mal gesagt hat?? ;-) )
Von Lima aus ging es in den Norden von Peru. Als erstes stand die alte spanische Kolonialstadt Trujillo auf der Liste, wofuer jedoch gerade mal ein einziger Tag reichen musste. Frueh morgens kam der Nachtbus an und natuerlich hatte Familie Cespedes von Lima aus gleich eine bekannte Tante organisiert, die hier lebt und wo das Gepaeck untergestellt werden konnte. Hier fruehstueckten wir erstmal alle zusammen und anschliessend ging es auf Erkundungstour. Angefangen wurde mit der beruehmten Ruinenstadt "Chan Chan". Dies ist die groesste Lehmziegelstadt der Welt und ist die ehemalige Hauptstadt der Chimu-Kultur, welche spaeter von den Inca erobert wurde.... Dafuer, dass halt alles aus Lehm ist, ist die Stadt noch verdammt gut erhalten und die Verzierungen an den Waenden, die eigentlich fast immer ein Meerestier oder ein Fischernetz darstellen, sind noch gut erkennbar.
Neben Chan Chan gibt es in der naeheren Umgebung noch viele weitere Tempel-Ueberreste (huacas) der Chimu, wovon ich auch einige besichtigte. Nach der dritten huaca stellte sich jedoch so ein gewisses Saettigungsgefuehl ein :-).
Abwechslung bot da schon eher Huanchaco, ein schoenes kleines Stranddorf mit Strand, Sonne, vielen Krebsen und lustigen Schilfbooten.
Zum Schluss besichtigte ich noch das koloniale Zentrum von Trujillo und setzte mich schliesslich in den Bus in Richtung Norden.
Vier Tage Lima...
... oder auch: Wir wiegen jeder fuenf Kilo mehr :-).
Ein guter Freund aus Zaragoza hatte Mathias gesagt, dass er sich und natuerlich auch Kai in Lima gerne bei dessen Familie einquartieren koenne. Und so kam es, dass wir die gute Familie Cespedes am letzten Abend in Cusco angerufen hatten und von Sohn Rafo und Onkel Carlos nach Ankunft in Lima abgeholt wurden. Was hier nun passieren sollte, hatten wir beide noch nicht erlebt. Niocht nur, dass wir waehrend der vier Tage hier wohnen durften, nein, wir wurden auch in einer Tour durchgefuettert (Begruendung: "Ihr muesst doch schliesslich moeglichst viel der peruanischen Kueche probiert haben!") und kreuz und quer durch die gesamte Stadt gefahren, die mit ueber acht Millionen Einwohner ja nun nicht gerade klein ist.
Zum Abendessen kamen dann immer mal wieder irgendwelche weiteren Familienmitglieder, die uns auch alle kennen lernen wollten. Natuerlich gab es dabei auch immer schoen viel zu essen und diverse Pisco Sour, das peruanische Nationalgetraenk.
Wir koennen gar nicht alle kleinen Ausfluege und die ganzen Gerichte, die wir kosten durften, aufzaehlen, weil ihr sonst ungefaehr eine halbe Stunde lang mit Lesen beschaeftigt waert. Von daher kommen hier einfach noch einige Bilder von Lima bei Tag und Nacht.
Besonders spannend war noch die "Emoliente-Frau". Emoliente ist ein Getarenk aus ungefaehr 20 verschiedenen Zutaten - von etwas seltsam aussehenden braunen Bruehen ueber Bienenhonig bis hin zu den verschiedensten Kraeutern. Alles wird schoen der Reihe nach zusammengekippt, immer mal iweder durchgemixt und schliesslich noch etwas aufgewaermt. Nach zehn Minuten Zubereitungszeit konnten wir das gute Zeug dann trinken. Es soll sehr gut fuer den Magen und die Verdauung sein, was wir nach Rinderherz, Huehnerbauch und Rindermagen zuvor wahrscheinlich auch gut gebrauchen konnten.
Am Ende hiess es fuer Kai leider Abschied nehmen. Mathias hatte hingegen noch ein paar Tage laenger Zeit und fuhr nun weiter Richtung Norden.
Sonntag, 29.04.2007
Cusco - im ehemaligen Reich der Inka
Es war schon eine echt faszinierende Kultur... Das Wissen der Inka war dem der europaeischen zu der Zeit in vielen Bereichen weit ueberlegen. Beispielsweise hatten sie bereits ein Operationsverfahren entwickelt, um Gehirntumore erfolgreich zu entfernen. Wo waere wohl unsere Wissenschaft heute, wenn die Conquistadoren damals nicht ale als Wilde abgetan und regelrecht ausgerottet haetten...
Cusco stellte damals die Hauptstadt des Inkareiches dar, was auch heute noch an den vielen Inkabauten und -ruinen erkennbar ist. Ziemlich schnell nach unserer Ankunft hier machten wir uns auf Erkundungstour durch die Stadt. Wir besichtigten die Plaza de Armas mit ihrer maechtigen Kathedrale und den vielen weiteren Kirchen in der naeheren Umgebung. Die Kirchen sind hier alle voller Gold und Silber, was alles aus den alten Schaetzen der Inka stammen duerfte.
Spaeter fuhren wir noch aus der Stadt raus, um vier der kurz vor der Stadt liegenden Ruinen zu besuchen. So sahen wir zuerst das ehemalige Schwimmbad des Inka (der jeweilige Herrscher des Volkes der Inka heisst DER Inka). Hier haben die Jungs "einfach mal so" einen Fluss so um- oder abgeleitet, dass sich ein Gebirgssee gebildet hat, aus welchem die Quellen hier versorgt werden konnten. Sogar heute noch fliesst hier Wasser aus den Kanaelen.
Anschliessend besichtigten wir noch zwei Ruinen, die wahrscheinlich frueher als kleine Tempel genutzt wurden und einen riesigen ehemaligen Tempel, in dem Steine von bis zu sieben Metern Hoehe "verarbeitet" wurden, die zum Teil weit ueber 100 Tonnen wogen und einfach uebereinander gestapelt wurden. Wie die Menschen dies gemacht haben, ist bis heute nicht ganz klar und wir konnten es uns bei Anblick dieser Konstruktionen auch nicht wirklich vorstellen. (Manche vermuten ja extraterrestrische Hilfe...)
Am dritten Tag hier, fuhren wir schliesslich in Richtung der wohl bekanntesten Inkaruinen der Welt: Machu Picchu. Als nette "Gringo-Abzocke" wird jeder dazu gezwungen, den suendhaft teuren Zug zu nehmen, da es keine Strassen dorthin gibt. Am fruehen Nachmittag kamen wir also am Bahnhof der Boomtown "Aguas Calientes" an. Ausser viel Regen, einer Unmenge von Tourishops, Restaurants und Hostels gibt's hier eigentlich mehr oder weniger gar nichts :-). Aber wir konnten immerhin schon mal ein Busticket fuer die Fahrt zu den Ruinen kaufen. Dies erlaubte uns, am naechsten Morgen um 5:30 Uhr gleich den ersten Bus zu nehmen, waehrend die ganzen anderen noch ewig fuer die Tickets Schlange stehen mussten, hehe. Oben angekommen liefen wir schnellen Schrittes die letzten 500 Meter hoch undwaren die allerersten, die den traumhaften Blick auf diese ehemalige Inkastadt auf dem Berg voellig ohne Touristen bewundern konnten. Wir blieben bestimmt ein halbe Stunde dort und lichteten alles inklusive uns selbst in saemtlichen denkbaren Perspektiven ab. Nach zehn Minuten tauchten jedoch leider schon die ersten Gringos auf, die das Bild zum Teil etwas verschandelten (knallrote Jacke auf grosser gruener Wiese, um nur ein Beispiel zu nennen...).
Anschliessend liefen wir eine ganze Zeit durch die Ruinen und bestiegen schliesslich auch noch Waynapicchu, den grossen Berg im Hintergrund, und genossen den Blick auf Machu Picchu noch mal von der anderen Richtung.
Schliesslich verliessen wir die Kultstaette wieder und fuhren mit dem Zug nach Cusco zurueck. Dort feierten wir noch ein bisschen Kais Geburtstag (naaa, alle daran gedacht?? ;-) ) und fielen letztendlich erschoepft von einem anstrengenden aber suuuper tollen Tag ins Bett.
Die weisse Stadt und der grosse Abgrund
Nun, hierunter verbirgt sich zuerst einmal unser Kurztrip nach Arequipa. Wir fuhren von Puno aus Richtung Sueden ueber eine relativ nervige Schotterpiste, bis wir nach sechs Stunden endlich da waren. Arequipa ist wirklich weiss - das hat hier jedoch nichts mit besonders fleissigen Malern zu tun sondern viel mehr mit dem weissen Vulkanstein, aus dem grosse Teile der Stadt gebaut sind.
Die "Plaza de Santa Marta" (siehe oben) und die "Plaza de Armas" (zentraler Platz in scheinbar fast jeder peruanischen Stadt) ist eines der besten Beispiele fuer diese Bauweise. Toll am Plaza de Armas ist natuerlich noch der aktive Vulkan "Misti", der hinter der Stadt aufragt.
Am ersten Tag nutzten wir die verbleibenen Stunden Tageslicht dazu, die Stadt so gut es ging zu erkunden, eine Exkursion fuer den naechsten Tag zu organisieren und gingen frueh ins Bett. Das war naemlich auch noetig, da unsere Exkursion bereits um ein Uhr nachts startete. Unser Ziel war der "Cañon de Colca", die tiefste Schlucht der Welt. Dorthin standen uns jedoch vier Stunden Busfahrt bevor. Erschwerend kam hinzu, dass unser Exkursionmaster keine Bustickets mehr bekommen hatte, aber wir sollten uns keine Sorgen machen, meinte er...
Nach einem leckeren Fruehstueck am Abgrund, gingen wir zum hoehergelegenen Aussichtspunkt zurueck. In der Zwischenzeit waren auch die Kondore aufgewacht und drehten ihre Runden ueber der Schlucht auf der Suche nach etwas Essbarem. Diese Voegel koennen bis zu 1,80 m gross werden und haben eine Fluegelspannweite von bis zu drei Metern, was uns dann doch etwas Ehrfurcht einfloesste, als sie an uns vorbeiflogen.
Anschliessend fuhren wir noch weiter, um das traditionelle Dorf "Cabanaconde" zu besichtigen und einen anderen Blick auf Schlucht und Kondore zu geniessen. Danach ging es zurueck nach Arequipa und direkt zum Nachtbus nach Cusco.
Sailing auf dem Titicacasee
Upsala, da liegt ja eine lange Zeit zwischen diesem und unserem letzten Eintrag - SORRY!! Schauen wir mal, dass jetzt alles schnell nachgeholt wird - es war halt etwas stressig in den letzten zwei Wochen und es gab auch net so allzu haeufig Internetzugang.
Nun ja, jetzt aber zu Peru: Am Ostersonntag hatten wir beschlossen, die Grenze von Bolivien nach Peru zu ueberqueren. Natuerlich durften aber keineswegs die guten Ostereier fehlen. Zugegebenermassen waren wir selbst etwas ueberrascht, diese ploetzlich auf dem Markt in La Paz zu finden - sie waren zwar nur aus Schokolade, aber egal - schmeckt ja auch eh viel besser.
Nach unserem Osterfruehstueck stiegen wir also in den Bus, der uns nach Puno brachte. Dieses Staedtchen liegt nicht nur in Peru sondern auch direkt am Titicacasee, dem hoechstgelegenen schiffbaren See der Welt. Direkt nachdem wir eine Unterkunft gefunden hatten, gingen wir auch schon auf Exkursion zu den "Uros". Dies sind viele kleine von den Menschen hier angelegte Inseln, die komplett aus Schilf sind, sodass es ab und zu mal "platsch" machte und wir halb im Titicacasee standen. Die Menschen leben ausschliesslich von Fischfang, Schilf-Bootsbau und vom Tourismus. Die Umgebung hier mitten auf dem See und umgeben vom Schilf war schon echt faszinierend....
Samstag, 14.04.2007
The Jungle, the mighty...
Nach der Rueckkehr aus den Pampas buchten wir gleich die zweite Exkursion, die in Rurrenabaque - oder ueberhaupt in Suedamerika - natuerlich ein Muss ist. Eine Tour in den Regenwald! Wir blieben unserer Agentur treu und starteten am naechsten Tag mit gleichem Guide und gleichem Koch, wie schon in die Pampas...nur leider ohne die schweizer Maedels...
Per Motorboot fuhren wir den Beni-Fluss hinauf und in den Nationalpark "Madidi" hinein. Schon vom Boot aus konnten wir ein paar Papageien erspaehen, die in kleinen Hoehlen in den angrenzenden Bergen sassen. Nach insgesamt zwei Stunden Bootsfahrt erreichten wir die Lodge unseres Tour-Operators, die direkt an den Regenwald grenzte und wo wir unser Zimmer beziehen und in Haengematten chillen konnten.
Unser Guide Yadmani fuehrte uns dann direkt in den dichten Wald. Zunaechst war dies der sekundaere Regenwald, er bestand also aus viel Bambus, Palmen und nicht ganz so arg hohen Baeumen wie sein primaerer Gegenpart. Dicht war er aber allemal! Wir konnten nur einem Trampelpfad folgen - sich zu den Seiten durchschlagen waere ohne Machete wirklich nicht gegangen. Tiere sahen wir auch gleich so einige. Besonders die vielen und unheimlich grossen Ameisen vielen auf, aber auch die bunten Schmetterlinge. An einem Tuempel lockte unser Guide per Pfeifgeraeusche Squirrel-Monkeys an. Das war sehr spannend! Eine ganze Herde kam immer naeher, huepfte durch die Baeume auf uns zu, guckte mit grossen Augen, wer wir waren und verschwand wieder.
Nach dem Mittagessen fuhren wir mit dem Boot ein Stueck weiter flussaufwaerts und gingen an Land, um Keramiken vergangener Zeiten zu finden. Tatsaechlich liessen sich eine Menge von Scherben und Teile ganzer Gefaesse finden, die der Fluss durch Erosion langsam an die Oberflaeche gebracht hat und die nach ihrem Auesseren durchaus mehrere hundert Jahre alt seien koennten. Weitere Papageien in ihren Hoehlen konnten wir anschliessend von einem Aussichtspunkt beobachten.
Am Mittag ging es dann zurueck nach Rurrenabaque, was nur eine Stunde dauerte, da wir mit der schnellen Stroemung des Beni-Flusses mitfuhren. Dort angekommen liessen wir uns zum Flughafen (oder besser gesagt Flugplatz, weil Graspiste) fahren und bestiegen wieder mit 17 anderen Fluggaesten unserer kleine Propellermaschine, die uns in 45 Minuten in das knapp 4000 Meter hoeher gelegene La Paz zurueck brachte.